Wie kannst du dich besser fokussieren?

Wie kannst du dich besser fokussieren?

Push-Nachrichten hier, schnell mal was gegoogelt da und dann klingelt auch noch der Paketbote: unser Alltag ist voller Unterbrechungen und Ablenkungen, die es unmöglich machen, dich längere Zeit am Stück auf etwas zu fokussieren. Das ist bisweilen nicht nur nervig, sondern kann sich zu einem echten Problem und Produktivitätskiller auswachsen.

Spätestens dann, wenn du mit deinen Aufgaben nicht wirklich vorankommst und das Gefühl hast, alles irgendwie anzufangen, aber nichts zu Ende zu bringen, solltest du dich mit dem Thema Fokus beschäftigen.

Für mich selber ist das nach wie vor eine echte Herausforderung und auch wenn ich mir im Laufe der Jahre einige Methoden und Strategien erarbeitet habe, klappt das mit dem Konzentrieren bei weitem nicht immer. Daher ist dieser Beitrag quasi ein Bericht von der Front, allzeit im Kampf gegen Ablenkungen. 😀

Raus aus dem Kopf, ab aufs Papier

Was mir super hilft, um überhaupt erstmal den Kopf frei zu bekommen: ich schreibe alles an Aufgaben und Ideen auf. Dann muss ich nämlich nicht mehr dran denken und habe auch nicht mehr diese unterbewusste Sorge, dass ich irgendetwas Wichtiges vergessen könnte.

Wo genau du das alles notierst, hängt von deinem persönlichen Arbeitsstil ab. Und es ist auch völlig okay, wenn du unterschiedliche Tools nutzt oder phasenweise mal mehr, mal weniger viele Details aufschreibst. Ich selber packe meine Aufgaben derzeit alle in ToDoIst und meine Ideen und Notizen in Notion und Apple Notes. Genauer gesagt, schreibe ich in Meetings handschriftlich mit und übertrage das dann anschließend nochmal strukturiert.

Die Flut der Push-Benachrichtigungen

Wir alle kennen diese Situation: Du bist tief in deine Gedanken vertieft und arbeitest an etwas. Plötzlich taucht eine Benachrichtigung auf und noch ehe du wirklich realisiert hast, was gerade passiert, hast du schon zum Handy zu gegriffen oder bist in dein Emailprogramm gewechselt.
Eine Studie ergab, dass es im Durchschnitt 23 Minuten und 15 Sekunden dauert, um nach einer Ablenkung wieder in den Arbeitsfluss zurückzufinden. Das ist beinahe eine halbe Stunde, die uns so eine dusselige (und ehrlicherweise meistens ja auch völlig belanglose) Push-Nachricht kostet! Warum in aller Welt tun wir uns das an?! 🤯

Die Antwort liegt in der Biochemie unseres Gehirns begründet: Der Empfang einer Push-Benachrichtigung setzt nämlich eine kleine Portion Dopamin frei. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der für Motivation 💪 und Glücksgefühle 🥰 verantwortlich ist. Allerdings ist dieser Dopaminschub nur von kurzer Dauer. Unser Gehirn verlangt also nach mehr Dopamin, aber zackig! 😬
Und schon finden wir uns in einer Endlosschleife wieder, in der wir ständig unser Handy und die sozialen Medien überprüfen – es könnte ja etwas spannendes Neues geben… kommt dir das bekannt vor?

Seit mir klar geworden ist, wie sehr ich mich mit diesem Verhalten selber sabotiere, versuche ich es zu ändern. Ich habe fast alle Push-Benachrichtigungen ausgeschaltet und nutze zudem die Fokus-Funktion auf meinem iPhone. Damit kann ich Zeiten definieren, in denen Benachrichtigungen nicht angezeigt werden. Sie sind dann nicht weg, aber ich kann nach Feierabend alles in einem Rutsch zusammengefasst ansehen und unterbreche mich nicht drölfzighundertmal am Tag.

Fokus-Blöcke à la Pomodoro

Von der Pomodoro-Technik hast du vielleicht schon mal gehört: du stellst dir einen Timer für ein bestimmtes Intervall, beispielsweise 25 Minuten. Solange arbeitest du an einer einzigen Sache. Wenn der Wecker klingelt, legst du 5 Minuten Pause ein und startet dann in das nächste Intervall.

Du kannst auch mit kürzeren Blöcken arbeiten! Für mich funktionieren 20 Minuten gerade meist sehr gut. Für wirklich, wirklich doofe Sachen, auf die ich so gar keine Lust habe, nehme ich manchmal auch nur 5 Minuten. Denn hey, 5 Minuten sind echt überschaubar!

Mit so einem Zeitblock kommst du leichter ins Tun. Denn du weißt, dass du dich nicht auf einen Riesenbatzen unerfreuliches Zeug einlässt, sondern nur eine relativ kurze Zeit damit verbringen wirst. Der Clou ist, dass es uns ganz oft viel leichter als gedacht fällt, dann einfach weiterzumachen und nach der Pause noch ein Intervall dranzuhängen, wenn wir nur überhaupt erstmal angefangen haben.

Hinzu kommt noch der Zeitdruck: das klingt erstmal doof und stressig, aber in Maßen hilft mir so eine Deadline tatsächlich, um stringenter zu arbeiten. Sogar für so etwas wie Aufräumen funktioniert das: wenn ich mir den Timer auf 10 Minuten stelle und nur so lange durchs Haus wirble, kriege ich erstaunlich viel geschafft.

Du kannst dir den Timer auf dem Handy stellen, einen ganz klassischen Kurzzeitwecker verwenden oder eine App: ich selber nutze Flow, was sowohl auf dem iPhone und iPad, als auch auf dem großen Mac läuft.

„Und führe mich nicht in Versuchung…“

Möglichkeiten zum Ablenken sind ja echte Rudeltiere! Eine blinkende Nachricht in Zoom, ein angefangener Fragebogen auf dem Schreibtisch, Benachrichtigungen auf dem Handy von irgendwelchen Apps, Mails, … du kennst das.

Wenn ich mich konzentrieren will, verbanne ich so viele potentielle Ablenkungen wie möglich:

  • Ich schließe alle Tabs und Programme außer denen, die ich brauche.
  • Das Handy wird stummgeschaltet und wandert im besten Falle auch gleich in einen anderen Raum.
  • Ich halte meinen Schreibtisch aufgeräumt.
  • Bisweilen schließe ich die Tür von meinem Arbeitszimmer und sperre dann auch unser Hundekind vorübergehend aus.

Du kannst sogar noch einen Schritt weiter gehen und ein Browser-Plugin wie StayFocusd verwenden. Es blockiert während deiner Arbeitszeit den Zugriff auf Facebook, Instagram und Co. Du kannst auch weitere Webseiten blocken.
Ich habe das eine Weile ausprobiert und beispielsweise Nachrichtenseiten blockiert, damit ich nicht „mal eben schnell zwischendurch“ nach News gucke. Unterm Strich hat das für mich aber nicht so gut funktioniert, da ich keine festen Arbeitszeiten habe – wenn ich bis spät abends Meetings habe, nehme ich mir nachmittags etwas freie Zeit und dann nervte es mich kolossal, mich selber so eingeschränkt zu haben.

Wenn du in lauten Umgebungen arbeitest und dich etwa die Gespräche deiner Kollegen ablenken, probier mal geräuschunterdrückende Kopfhörer aus. Auch Musikhören kann dabei helfen, dich besser zu fokussieren – für mich funktioniert rein instrumentale Musik ohne Gesang ganz gut, von richtig schlechtem Gabba bis hin zu Meditationsmusik. 😀

soundcore by Anker Life P3 Bluetooth Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung, Intensiver Bass, 6 Mikrofone, Multi-Modus Geräuschisolierung, Wireless Charging, App Gaming Modus, Schlafmodus
Preis: 59,08 €
Sie sparen: 20,91 € (26%)
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Welche Tricks hast du, um fokussiert zu bleiben?

Anne Schwarz | Bloggerin

Anne Schwarz

Hey, ich bin Anne - Multipassionate, waschechtes Dorfkind, Pferdemädchen, Bloggerin aus Leidenschaft und ich liebe es, zu planen und zu organisieren.

Hier auf der Notizbuchmagie teile ich mit dir meine Tipps und Erfahrungen rund um Selbstorganisation & Produktivität - damit auch du dein Leben stressfreier im Griff hast!

» mehr über mich & die Notizbuchmagie

Dieser Beitrag wurde bereits 8mal kommentiert - was denkst du?

Lies weiter:

Was gehört auf deine To Do-Liste - und was nicht?!

Was gehört auf deine To Do-Liste – und was nicht?!

Wie kleinteilig solltest du Aufgaben auf deiner To Do-Liste notieren? Muss da alles drauf oder nur die groben Eckpunkte?

Simples Daily Log im Bullet Journal

7 Tipps für To Do-Listen, die dich nicht erschlagen

To Do-Listen können Frust und Resignation hervorrufen – oder richtig motivierende Tools sein! Das macht den Unterschied:

8 Kommentare

  1. Stayfocused sollte ich mal beim großen Sohn installieren *lach*
    Am Besten funktioniere ich auch, wenn ich mir alles aufschreibe, aber da habe ich auch schon alles durch von Kalender, Planer, Listen an der Wand usw… meist ist mein größtes Hindernis die Familie und weil ständig etwas Unerwartetes, wie Krankheit oder so dazwischen kommt.
    Was auf jeden Fall ein guter Plan ist, ist die Push-Nachrichten abzuschalten. Man ist deutlich weniger abgelenkt.

    • Ohne Aufschreiben wäre ich definitiv aufgeschmissen!
      Das mit den unerwarteten Unterbrechungen kenne ich. Ich habe nicht so viele wie du, aber ich merke auch, wie mich das mit schöner Regelmäßigkeit aus dem Konzept bringt. Vor allem morgens / vormittags brauche ich echt meine immer gleichen Routinen, um wirklich gut zu funktionieren und produktiv zu sein. Im Laufe des Tages werde ich da irgendwie entspannter.

  2. Hallo Anne,

    danke für den Tipp mit StayFocusd. Blöd nur, wenn das Betreuen von Social-Media-Kanälen zu deinem Job gehört XD

    Was mir hilft, das mindless scrolling auf meinem Handy einzuschränken: Ich habe in den Einstellungen für die Apps, mit denen ich am meisten Zeit verschwende, ein Zeitfenster festgelegt. Während der Arbeitszeit kann ich die App dann zwar öffnen, diese wird aber automatisch nach 5 Minuten geschlossen. Für mich das Signal, das Handy wegzulegen und weiterzuarbeiten.

    Viele Grüße
    Miriam

    • Hallo Miriam,

      japs, das ist auch ein richtig guter Life Hack!
      Ich versuche mich auch im Alltag selber dazu zu bringen, nicht so viel auf dem Hand rumzuscrollen. Beispielsweise heute früh – es war nicht ganz klar, wann der Rest der Truppe hier wach wird und am Frühstückstisch eintrudeln würde. Mein erster Gedanke war, mich dann halt solange mit dem handy aufs Sofa zu setzen und durch Instagram, Threads & Co. zu scrollen. Das war mir dann aber zu doof und ich habe mir lieber mein Buch geschnappt – die 15 Seiten waren definitiv wertvollerer Input als die Social Media-Berieselung.

      Liebe Grüße
      Anne

  3. Ich finde dass das beschriebene Einteilen in Arbeitsblöcke sich sehr positiv auf die Motivation auswirkt, man kann hier auch von einem Ticket-System sprechen, indem man ein Arbeitsticket nach dem anderen abarbeitet. Warum? Man hat so immer wieder Zwischenerfolge, weil man kleinteilig die Aufgaben abhaken kann. Ist wesentlich motivierender als eine einzige Riesenaufgabe abzuarbeiten.

    • Hallo Johann,

      genau – dieses Zerlegen in überschaubare einzelne Schritte macht eine große Aufgabe deutlich greifbarer und realistischer.
      Ein kluger Mensch sagte mal, dass der erste Schritt immer der schwierigste ist – und genau deswegen muss das auch der einfachste von allen sein. um ein Projekt überhaupt erstmal zu starten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nichts mehr verpassen?

Trag dich für den Newsletter der Notizbuchmagie ein, um über neue Inhalte benachrichtigt zu werden: kostenlos & komfortabel direkt in deinen Posteingang!