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Vorteile & Nachteile vom Bullet Journal

Vorteile & Nachteile vom Bullet Journal

Kreativ vs. umständlich, flexibel vs. kompliziert, ... was sind die Vorteile und Nachteile beim Bullet Journaling?


Wie so ziemlich alles im Leben, hat auch das Bullet Journaling zwei Seiten. Während manches unglaublich praktisch ist, sind einige Aspekte tatsächlich aufwändig.

Vorteile vom Bullet Journaling

#1 Es ist preiswert.

Du musst nicht in einen teuren Spezialkalender wie etwa einen Filofax investieren, sondern kannst im Grunde genommen jedes beliebige Notizbuch verwenden.

Ein einfacher Kugelschreiber tut es eigentlich auch (wobei schwarze Fineliner tatsächlich ordentlicher aussehen – die kosten aber auch nicht die Welt).

#2 Du verschwendest keine Ressourcen.

Üblicherweise sind Kalender ja vorgedruckt, meistens mit einem gewissen Raum für Notizen pro Woche.

Das heißt: wenn du diesen Platz nicht benötigst, bleibt er leer und du blätterst halt zur nächsten Woche um.
Wenn du allerdings viele Termine notieren musst, quetscht sich alles auf kleinstem Raum zusammen. Eek!

Im Bullet Journal passiert das nicht. Hier nimmt jeder Tag nämlich exakt so viel Platz ein, wie du benötigst. Das ist der Vorteil daran, die Seiten im Daily Log nicht im Vorfeld anzulegen, sondern wirklich von Tag zu Tag.

Simples Daily Log im Bullet Journal
Du fängst einfach direkt unter der Liste vom Vortag an

#3 Es ist flexibel.

Lass dich nicht erschlagen von den unzähligen Ideen für Tracker, Listen und Gestaltungsmöglichkeiten!
Im Grunde genommen ist Bullet Journaling ein sehr simples Prinzip.

Dein Bullet Journal ist, was du daraus machst.

Das ganze Setup mit den verschiedenen Sorten von Logs und mit den Notationszeichen ist keine in Stein gemeißelte Vorschrift, sondern ein Vorschlag.
Wenn du für dich persönlich merkst, dass du bestimmte Elemente / Module nicht brauchst oder dass du lieber andere Icons verwenden willst – feel free to change! 🙂

#4 Es hilft dir, dich besser kennenzulernen und bringt dich weiter.

Was willst du im Leben erreichen und erleben? – Schreibe eine Bucket List.
Wie hat sich deine Stimmung im letzten Monat entwickelt? – Führe einen Mood Tracker.
Wie bekommst du endlich den Hintern hoch, regelmäßig laufen zu gehen? – Lege einen Sporttracker an.
Welche deiner Aufgaben sind wirklich wichtig und welche kannst du ruhig verschieben? – Werde dir über deine Prioritäten im Klaren.

Und so weiter. Viele Elemente im Bullet Journal können dir dabei helfen, deine Gewohnheiten zu ändern oder genauer auf Details in deinem Leben zu achten.

#5 Bullet Journaling macht Spaß und entspannt.

Bullet Journaling hat für mich etwas Meditatives – ich komme dabei einfach gut runter. Beim Herumtippen auf einer App oder am Rechner ploppt ja doch dauernd irgendwo eine Benachrichtigung auf… ich liebe es, dass so ein Notizbuch keine Push-Funktion hat. 😀

Auf der Arbeit muss es bei mir flott gehen, da schreibe ich meine Notizen und Aufgaben tatsächlich in einer ziemlichen Sauklaue runter.
Zuhause nehme ich mir allerding mehr Zeit für mein Bullet Journal. Allzu ausgefeilte Illustrationen sind zwar nicht mein Ding, aber auch bei schlicht gestalteten Listen und Überschriften kann man mit Sorgfalt schreiben. Das ist für mich ein kleiner Ruhepol im stressigen Alltag.

Nachteile vom Bullet Journaling

#1 Du schreibst viel von Hand.

Das setzt natürlich voraus, dass du deine Handschrift am nächsten Tag noch entziffern kannst. 😉

Wenn ich zwei, drei Seiten Notizen am Stück geschrieben habe, tut mir tatsächlich schon mal die Hand weh und ich frage mich, wie ich damals mehrstündige Abiklausuren so locker überstanden habe – da flog mein Stift immer nur so übers Papier. 😀
„Übung“ lautet das Zauberwörtchen. Mit der Zeit wird es besser.

#2 Das Eintragen dauert eine Weile.

Copy & Paste gibt’s hier nicht, du musst alles selber schreiben. Vor allem, wenn du deine Einträge mit Hand Lettering oder kleinen Zeichnungen schöner gestaltest, bist du damit eine ganze Weile zugange.

#3 Aufgaben und Termine musst du mitunter viermal notieren.

Erst im Future Log / der Jahresübersicht, wenn sie noch relativ weit in der Zukunft liegen. Dann in der Monatsübersicht, sobald der jeweilige Monat erreicht ist. Ein drittes Mal in der Tagesübersicht.
Und wenn du’s dann an dem jeweiligen Tag doch nicht schaffst und den Eintrag migrieren musst, schreibst du ihn ein viertes Mal.

#4 Du musst dich vom Perfektionismus verabschieden.

… wobei das eigentlich kein Nachteil ist, oder? 😉

Wir sind halt alle nur Menschen. Und das heißt: egal wie akkurat und hübsch dein Bullet Journal vielleicht werden soll, das Unvermeidliche wird früher oder später passieren. Du wirst dich verschreiben. Einträge durchstreichen. Buchstaben in großen Überschriften vergessen. Tinte verschmieren.

Das kann verdammt frustrierend sein (glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche 😀 ). Da hilft nur, auch mal fünfe gerade sein zu lassen.

Gelesen-Liste im Bullet Journal
Zack – beim Schattenwurf des Banners vermalt. Egal!

#5 Es kann ins Geld gehen.

Auch wenn ich oben bei den Vorteilen gerade noch schrieb, dass Bullet Journaling eine preiswerte Angelegenheit sei: im Grunde genommen ist es das, ja.

Sobald du aber mehr gestalten möchtest und anfängst, in geeignete Farbstifte, Masking Tapes, Stempel, Aufkleber & Co. zu investieren, wirst du flott eine ganze Menge Geld los.
So ein gewisser „Awww, ich will auch!! Und ich brauche definitiv xyz dafür!!!“-Effekt lässt sich da leider oft nicht vermeiden, wenn du dir andere Bullet Journals anschaust.

Fazit: ist ein Bullet Journal praktisch?

Wie du siehst, stehen sich verschiedenste Vorteile und Nachteile gegenüber.

Unterm Strich kommt es darauf an, was für dich persönlich überwiegt. Ist es dir beispielsweise die Entspannung wert, dafür ein bisschen mehr Zeit einzuplanen?

Wie gesagt, das Schöne am Bullet Journal ist seine Flexibilität: wenn ein bestimmter Punkt für dich persönlich einfach nicht passt, dann kannst du diesen speziellen Punkt anders handhaben und musst deswegen nicht gleich das ganze System in die Tonne kloppen.

Für mich selber habe ich festgestellt, dass die Vorteile eindeutig überwiegen. Daher nutze ich bereits seit über drei Jahren Bullet Journals und bin damit sehr, sehr zufrieden. 🙂


Wie sehen deine Erfahrungen aus?
Was sind für dich die Vor- und Nachteile beim Bullet Journaling?

4 Kommentare

  1. vor 2 Monaten

    Bei den Nachteilen treffen 2, 3 und 4 zu.

    Bei den Vorteilen vermisse ich Punkt 5.

    Ich hatte auch immer das Problem das richtige System für den Future Log zu finden.

    • vor 2 Monaten

      Ja, für das Future Log gibt es ja ganz unterschiedliche Ansätze – von winzigen Jahresübersichten, wo man eigentlich nur den Wochentag für jedes Datum ablesen kann, bis hin zu großformatigen Listen mit verschiedenen Kategorien wie Geburtstagen Zielen, terminen und weiß der Geier nicht was alles. Da kann ich gerne auch mal einen Artikel drüber schreiben und von meinen Erfahrungen berichten. 🙂

      Was für Future Log-Varianten hast du denn schon durchprobiert?

  2. vor 2 Monaten

    – Diese Mini-Wini-Future-Log (Jahresübersicht) mit obligatorischem Verschreiber.
    – Monatsspalten (2 oder 3 Monate auf einer Seite)
    – Kästchen (1 Monat auf einer Seite (Hat noch am besten funktioniert)

    • vor 2 Monaten

      Ja, das sind so die typischsten Versionen… die habe ich auch alle durch. Aktuell fahre ich mit einem Mix ganz gut – zeige ich demnächst mal. 🙂

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